Naturarena gewinnt 1,7 Millionen Euro Tourismus-Förderung mit Wanderprojekt fürs Bergische Land

Start frei für „Wandern mit Qualität"

Der Weg für das Wanderprojekt „Wege durch die Zeiten" im Bergischen Land ist frei. Am Montag überreichte der Kölner Regierungspräsident Hans Peter Lindlar offiziell den Förderungsbescheid des Landes NRW über rund 1,7 Millionen Euro. Damit ist die Finanzierung des Vorhabens zum Ausbau der touristischen Infrastruktur gesichert. Rund 700 Kilometer Wanderwege sollen neu verknüpft, qualitativ ausgebaut und modern vermarktet werden. Möglich geworden war die Förderung aus Mitteln des europäischen EFRE-Programms (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) durch den Erfolg beim Landeswettbewerb „Erlebnis.NRW". Im Mai 2008 hatte das von der touristischen Dachorganisation Naturarena Bergisches Land GmbH gemeinsam mit dem Zweckverband Naturpark Bergisches Land entwickelte Projekt die Jury überzeugt. Für 80 % der Gesamtkosten von 2,18 Millionen Euro konnte damit eine NRW-Förderung aus EU-Mitteln beantragt werden, die jetzt bewilligt ist.

Derlin: „Wir wollen den Quantensprung"

Jetzt können wir uns mit aller Kraft an die Umsetzung machen", freut sich Mathias Derlin, Geschäftsführer der Naturarena und zugleich Geschäftsführer der neuen Gesellschaft „Das Bergische gGmbH", die eigens zur Umsetzung des Projekts gegründet wurde. „Wandern liegt im Trend. Besonders qualitativ bestens ausgebaute Fernwege und attraktive Tagestouren sind wirtschaftlich erfolgreich. Das zeigen Beispiele wie der Rothaarsteig oder der Rennsteig. Das Bergische Land ist aber bisher eine Wanderregion ohne Wanderimage. So ist von den rund 7000 km Wanderwegen im Bergischen noch kein einziger Kilometer herausragend beschildert und ausgestattet oder nach Qualitätskriterien zertifiziert. Ein Qualitätsweg braucht neben der Infrastruktur genügend Gastronomie- und Übernachtungsmöglichkeiten, Parkplätze, eine optimale Ausschilderung und nicht zuletzt auch perfekt aufbereitete Informationen für die Gäste. Letztlich wollen wir jetzt einen ‚Quantensprung‘ in der touristischen Entwicklung der Region ermöglichen", so Derlin.

Landrat Menzel: „große Chancen"

Das Projekt „Wege durch die Zeiten" soll, gerade durch die vorgesehenen Maßnahmen zu Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, die Bekanntheit der Region erheblich verbessern und eine signifikante Steigerung der Gästezahlen und des Umsatzes bewirken. Dies wird, auch abseits der direkten Wegeführung, bereits bestehende Arbeitsplätze sichern, neue schaffen und zu einer allgemeinen Belebung im Tourismus führen. Dabei wird über Kreis- und Stadtgrenzen zusammengearbeitet. Rolf Menzel, Landrat des Rheinisch-Bergischen-Kreises: „Das Projekt ‚Wege durch die Zeiten‘ ist ein hervorragendes Beispiel für eine erfolgreiche kreisübergreifende Zusammenarbeit und bietet große Chancen für den Tourismus und den Wirtschaftsstandort Rhein-Berg."

Landrat Jobi: „Besser durch die Krise mit Freizeittourismus"

Dies unterstreicht auch Landrat Hagen Jobi vom Oberbergischen Kreis: „Das Bergische Land verfügt durch seine landschaftliche Attraktivität und seine Nähe zu den großen Quellmärkten wie z.B. dem Ruhrgebiet und den Niederlanden über großes Potential. Unter den Übernachtungsgästen überwiegen bisher deutlich die Geschäftsreisenden. Die Erfahrungen in der Wirtschaftskrise zeigen, dass Regionen mit einem stärkeren Anteil an Freizeittouristen stabilere Zahlen bei Gästen und den Nächtigungen erreichen. Dies weiß der Oberbergische Kreis und dies wissen auch unsere Partner wie z.B. die drei bergischen Städte und unsere Nachbarkreise, mit denen wir schon seit Jahren im Naturpark zusammenarbeiten. Dass die Mitglieder des Naturparkes das neue Projekt jetzt geschlossen unterstützen ist eine zukunftsweisende Entscheidung."

Hier geht's lang: Die „Wege durch die Zeiten"

Das geplante Wegenetz vom etwa 700 km Gesamtlänge besteht im Wesentlichen aus drei Grundmodulen:

1. Der Bergische Panoramaweg soll nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes als hochwertiger Fernwanderrundweg (Qualitätsweg) von ca. 280 km Länge zertifiziert werden und bildet die landschaftlich äußerst reizvolle Basistour durch das Bergische Land mit spektakulären Ein- und Ausblicken: Hier können Wanderer das Bergische Land mit seinen zahlreichen Sehenswürdig­keiten von seinen schönsten Seiten erleben. Bei Meinerzhagen wird eine Verbindung zum neuen Qualitätsweg „Höhenflug" hergestellt, der ins Sauerland führt und dort auf den Rothaarsteig trifft.

2. Die Bergischen Zeitwege sind ca. 25 unterschiedliche thematische Erlebniswege für Tageswanderungen von je 5-20 km Länge. Sie liegen alle am Bergischen Panoramaweg, greifen z.B. spannende historische oder naturkundliche Zusammenhänge der Kulturlandschaft auf und machen diese, auch durch moderne Techniken, unmittelbar erlebbar. Bildlich gesprochen ergibt sich eine Perlenkette mit einer Perlenschnur (Bergischer Panoramaweg) und 25 Wanderperlen, von denen jede eine eigene Geschichte erzählt.

3. Der Bergische Weg wird ein Fernwanderweg, der den Gedanken des 100 Jahre alten „Bergischen Weges" aus dem Ruhrgebiet in die Mittelgebirge aufgreift und über rund 190 km von Essen bis zum Siebengebirge führen wird. Hierbei wird er auf den Rheinsteig und den neuen Natursteig Sieg treffen. Bereits vor 100 Jahren schufen die „Väter" des Bergischen Weges die Möglichkeit, aus dem Ruhrgebiet in die Mittelgebirge des Bergischen Landes zu wandern, wo die Menschen des Industriezeitalters Erholung, Naturerfahrung und Entspannung fanden.

Projektlaufzeit bis 2012

Das Projekt wird innerhalb von drei Jahren umgesetzt. Die skizzierten Wege sollen in 2011 fertig gestellt werden. Die Markteinführung erstreckt sich bis in das Jahr 2012. Danach wird die dauerhafte Instandhaltung und das Marketing der Wege aus eigener Kraft weitergeführt.

Mehr Information:

www.naturarena.de - Naturarena Bergisches Land
www.overath.de - Kulturbahnhof Overath

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